Das Wandern ist des Müllers Lust. Es ist wieder soweit! Spargelzeit!

Eine stattliche Anzahl Wander- und Spargelfans besammeln sich am Badischen Bahnhof bei schönstem, aber für die Jahreszeit kühlem Wetter zur diesjährigen Spargelwanderung, die uns immer wieder nach dem Markgräfler Hertingen führen wird. Als Gast dürfen wir unseren ehemaligen Vereinspräsidenten Urs Brunold begrüssen. Schön, dass er uns begleitet. Peter Bohren

Der Regionalzug führt uns gemächlich nach Norden, vorbei an den ewigen Baustellen für den Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Basel – Karlsruhe. Es wird noch Jahre dauern (bis ca. 2025). Aber wir wollen ja zum Spargelessen. Diesmal machen wir einen Bogen über Schliengen. Die Bahn erreicht den Ort nach einer knappen Viertelsunde. Jetzt gehts los. Es ist noch sehr, sehr frisch. Vorbei am Restaurant „Bahnhöfle" und einer kleinen, alten Kapelle und ohne Besuch der dortigen grossen Winzergenossenschaft erreichen wir die sanften Ausläufer des Schwarzwaldes. Nach einem kurzen Anstieg geht es dem Hang entlang nach Süden. Wie immer wird rege diskutiert, über heute, damals, Politik, Fussball und über alte Turnkameraden. Motto: Weisch no? Es gibt so viele Erinnerungen. Werner schiebt zwischendurch einen Halt ein, damit wir an diesem sonnigen und klaren Tag den Blick in die Weite der oberrheinischen Tiefebene und die noch mit einem Häubchen Schnee glänzenden Vogesen geniessen können. Diese Rundumsicht ist eine Pracht. So viel Grün. Die Reben sind am Stossen und das junge Laub ist wunderbar farbig grün/rot. Vereinzelt sind auch die Winzer schon oder noch an der Arbeit. Die kalte Bise macht zu schaffen. Sie kommt erst noch aus der falschen Richtung. Was mache ich nur mit der Jacke. Mir ist es fast zu warm, oder zu kalt. Nach diversen Windungen des Weges und einem kurzen Anstieg erreichen wir unsern Znüniplatz-Pfaffenacker. Was steckt wohl hinter dieser Flurbezeichnung? Ob die Pfarrherren dort selber geackert haben oder doch lieber sonntags in der Kirche? Auf jeden Fall ein toller Platz um einen kräftigen Schluck Weissen oder Roten und dazu wie immer einen „Gipfel“ zu geniessen. Ein herzliches Dankeschön an die Träger und den Spender.

Wir nehmen den letzten Teil in Angriff und schon bald sind wir im „Rössle“ Hertingen angekommen. Die Nichtwanderer erwarten uns schon. Wie immer eine freudige Begrüssungsrunde. Der Gastraum ist durch uns voll belegt. Unsere charmante Gastgeberin beginnt alsobald mit dem Auftragen des Salats, der Suppe und dann kann es losgehen: Spargel à discretion. Was für eine Schleckerei. Schon die alten Griechen und Römer kannten und schätzten dieses leckere Gemüse. In Mitteleuropa wird er seit mehr als 400 Jahren angebaut. Dazu gibts dreierlei Schinken. Einfach herrlich. Für die, die mögen, gibt es einen feinen Grauburgunder. Die Gespräche verlaufen wie immer sehr angeregt. Zum Schluss richtetet Beat ein paar treffende Worte an die Versammelten.

Nach dem auch der Letzte keine Spargel mehr will und die verschiedenen Desserts weggeputzt sind, geht es halt schon wieder ans Aufbrechen und die Rückwanderung nach Bad Bellingen. Das Restaurant offeriert einen Taxidienst für die Nichtanderer. Tolle Sache, vielen Dank. In Basel angekommen nehmen einige den Heimweg unter die Füsse und andere lassen den Tag noch gemeinsam bei etwas Tranksame ausklingen.

Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende. Ein gosses Dankeschön an die Organistoren.