Kantonales Jugendturnfest beider Basel 2018 – Zwei Blickwinkel

Ein Bericht aus zweierlei Perspektiven vom diesjährigen Kantonalen Jugendturnfest beider Basel 2018. Steven Bleuler

Blickwinkel 1

Eine kleine, feine Gruppe (12 Kinder, 6 Leiter und 4 Kampfrichter) reisten am Sonntagmorgen vom 24. Juni 2018 mit dem öffentlichen Verkehr nach Sissach ans kantonale Jugendturnfest beider Basel. Dieser Anlass findet nur alle drei bis vier Jahre statt und ist darum etwas Spezielles, sozusagen ein Highlight im Jahresprogramm.

In zwei Kategorien (Jugend und KITU) absolvierten die Teilnehmer verschiedene Disziplinen, welche vorgängig in zahlreichen Trainings geübt wurden. Für die acht Jugendlichen wurde der 3-teilige Vereinswettkampf „gelöst“. So absolvierten sie den Unihockeyparcours, einen Hindernislauf und den Ballwurf. Die vier KITU-Kinder starteten beim 4-teiligen Vereinswettkampf mit Memorielauf, Wasserträger-Rundlauf, Ballzielwurf und Hindernislauf als Disziplinen.

Die Kinder hatten viel Spass beim Wettkampf, waren doch nahezu 3000 Kinder und Jugendliche auf dem Wettkampfgelände, also ein grosser Anlass mit super Stimmung. Dem OK vom KJTF 2018 gebührt ein grosser DANK, denn der Anlass war hervorragend organisiert. Alles hat reibungslos geklappt und der ganze Anlass ging speditiv über die Bühne.

Am Schluss des Tages dann die Bilanz: Beim KITU-Vereinswettkampf klassierte sich der BTV Basel auf dem 9. Rang von insgesamt 17 Vereinen, was eine tolle Leistung der kleinen war. Beim Vereinswettkampf der Jugend schaute der 9. Rang von 9 Vereinen in der 4. Stärkeklasse heraus. Ganz nach dem Motto: „Die Teilnahme kommt vor dem Rang“.

An dieser Stelle wollen wir noch einen weiteren Dank anbringen. Der Dank geht an die Eltern der Kinder, welche dabei waren. Nur dank euch, konnten eure Kinder einen tollen und unvergesslichen Tag in der grossen Turnbewegung verbringen, welcher hoffentlich noch lange in guter Erinnerung bleibt. Danke, dass wenigsten ihr dabei wart.

Auch danken wir den vier Kampfrichtern, denn nur dank eurem Einsatz konnten wir überhaupt als Verein starten.

Blickwinkel 2

Die Enttäuschung und der Frust sitzen nach wie vor sehr tief. Das Jugileiter-Team ist sehr enttäuscht und macht sich ernsthafte Gedanken, wie es mit der Jugendriege in Zukunft weitergehen soll. Wir, der Bürgerturnverein Basel (der grösste Turnverein in Basel-Stadt) mit einer rund 60 Kinder starken Jugendriege, schafft es mit Müh und Not, mit 12 Teilnehmern an einem kantonalen Jugendturnfest beider Basel teilzunehmen. Das ist sehr bedenklich!

An Weihnachten 2017 wurde die Ausschreibung in der Halle verteilt und die Werbetrommel für diesen Anlass gerührt. Das heisst, ein gutes halbes Jahr vor dem Anlass, was auch nötig ist, um eine seriöse Planung und Organisation sicherzustellen. Fazit: 20 Anmeldungen (14 Jugendliche und 6 Kinder). Wir waren dazumal schon nicht überglücklich, haben es aber akzeptiert. Auf dieser Basis wurden die Festkarten, der öffentliche Verkehr und die Mittagessen bestellt, natürlich für die Kinder und Leiter als Begleitpersonen. Ein Anlass in dieser Grössenordnung hat auch seinen Preis. Kostenpunkt: CHF 1‘800.00 inkl. Haftgeld. Die Jugileiter waren voller Motivation, mit diesen 20 Kindern nach Sissach zu reisen.

Was ist nun passiert? In der letzten Woche vor dem grossen Tag flatterten täglich Abmeldungen ein, mit diversen Gründen. Hier eine Auswahl: „Wir haben dann einen Familienausflug, darum können wir nicht teilnehmen“. „Wir haben dann keine Zeit“ war die Begründung einer anderen Familie. „Mein Kind ist erschöpft“ oder „Wir sind dann gar nicht hier“ waren noch weitere Begründungen. Uns verschlug es die Sprache, das kann es doch nun wirklich nicht sein. Die Motivation sank täglich und der Frust nahm um jede weitere Abmeldung zu. Schlussendlich hatten wir 8 Teilnehmer weniger. Davon konnten zwei ein Arztzeugnis vorweisen, was nachvollziehbar ist. Für den Rest – da haben wir einfach kein Verständnis mehr!

Wo bleibt die Verbindlichkeit gegenüber dem Verein? Wo bleibt die Wertschätzung uns Leitern gegenüber? Wo ist die Wertschätzung gegenüber dem Organisator eines solchen Anlasses? Ist es wirklich so, was nichts kostet ist auch nichts wert?

Ja, meine verehrten Leserinnen und Lesern, es war ein peinlicher Auftritt vom Bürgerturnverein Basel in Sissach. Der grösste Turnverein von Basel-Stadt kam gerade mit 12 Teilnehmern an ein Turnfest, da waren andere Vereine von Basel-Stadt welche bedeutend kleiner sind, mit mehr Kindern vor Ort.

Diese Erfahrung die wir leider machen mussten, setzt dem Jugileiter-Team stark zu und kratzt an der Motivation. An der Motivation wöchentlich ein hochstehendes Training anzubieten, mit seriöser Wettkampfvorbereitung. Wir bemühen uns ein attraktives Jahresprogramm anzubieten. Das kostet uns viel Energie, Zeit und Freizeit, welche wir bisher sehr gerne geopfert haben, aber nicht um jeden Preis.

Das Jugileiter-Team hat ihr Fazit aus diesem Anlass gezogen und diese Erfahrungen werden direkten Einfluss auf die Zukunft der Jugendriege und ihrem Jahresprogramm haben. Ob ein spezieller Anlass im Jubiläumsjahr 2019 nur für die Jugendlichen organisiert wird und in welchem Umfang ist völlig offen. Ob wir ans Eidgenössische Turnfest, welches nur alle 5 Jahre stattfindet, gehen werden, steht in den Sternen. Besteht überhaupt das Interesse seitens Eltern? Setzen wir nochmals viel Input ein und es kommt kein Output? Haben wir überhaupt noch die nötige Motivation? Wir werden sehen…