Ein Bummel durch das Emmental

Als Newcomer bei den BTV-Fitness-Männern hörte ich in den vergangenen Monaten bereits viel über die legendären Herbstturnfahrten. Im Anschluss an die Herbstwanderung im Schwarzwald im letzten Jahr wurde im Dienstagstraining viel über die Auslegung des Begriffs „höhenneutrale“ Wanderung diskutiert. Dem einen kam es darauf an, dass am Ende der Wanderung die Summe aus Auf- und Abstieg bei null lag. Die anderen waren auf der Suche nach dem ebenen Weg. Der Verfasser dieses Berichts - ein „Nordlicht“ -  schlägt als einen Kompromiss für einen der zukünftigen Ausflüge eine „höhenneutrale“ Wattwanderung an der Nordsee vor. Wem dabei die Höhe zu kurz kommt, kann ja dann noch einen Leuchtturm besteigen. Rolf Lüpke

Das Thema schien auch dem Organisator der diesjährigen Wanderung, Geri Ischer - unterstützt von Hans Kohler - nicht aus dem Kopf zu gehen, als beide die diesjährige Turnfahrt vom 9. und 10.9. in der Oberstadt von Burgdorf auf der Dachterrasse des Hotel Orchidee im 4. Stock mit einer Stadtführung und damit gleich dem ersten Höhepunkt beginnen liessen.

Unsere Stadtführerin zeigte uns die Altstadt mit Laubengängen, wie man sie sonst nur aus Bern kennt und legte für die erste Pause dieses Tages einen Zwischenstopp in der Kirche ein. Hier entpuppte sie sich auch noch als die Expertin für die „Galgentour“ in „Burdlef“ und zählte die vor 200 Jahren noch üblichen Strafen - vom Pranger über das Vierteilen bis zum lebendigen Einmauern - auf. Es wurde ruhiger in der Kirche, da so mancher von uns wohl überlegte, was er damals für seine Sünden bekommen hätte.

Um nach diesem ruhigen Einstieg in die Herbstwanderung nicht mit einem heftigen Antritt zu starten und womöglich eine Zerrung zu riskieren, nahmen wir zunächst ab Burgdorf den Bus und fuhren hinauf zur Lueg zum ersten Picknick dieses Tages. Hier erwarteten uns bereits Heinz, Edgar und Beat, die uns dieses Wochenende mit Begleitfahrzeug (Heinz als Fahrer sowie Beat und Edgar als Kartenleser) jeweils vorauseilten und bei den Wirtsleuten schon einmal für gute Stimmung sorgten, wenn dann später die insgesamt 17 köpfige Teilnehmerschar das Gasthaus stürmte. Da es bereits anfing zu regnen, hatten sie schon einen überdachten Picknickplatz organisiert und empfingen uns mit einem feinen Epesses („epis guets“), um das trübe Wetter aufzuhellen. Nach der Picknickpause ging es dann sofort mit einem steilen Anstieg die ganzen 100 Meter hinauf zum Aussichtsplatz der Lueg.

An diesem Wochenende halfen uns leider die vielen Hinweistafeln  mit den Namen der Alpengipfel auch nicht weiter, hinter der dicken Wolkendecke das wirkliche Alpenpanorama zu erkennen. Das  konnte aber der guten Laune der Teilnehmer nicht im Geringsten schaden.

Nach gut einer Stunde Fussmarsch gelangten wir zur Schaukäserei in Affoltern. Dort erhielten wir in einer theatralisch inszenierten Führung einen tiefen Einblick in die Käseherstellung - damals über offenem Feuer bis heute im hochtechnisierten Betrieb. Noch ganz benebelt sowie völlig erschöpft von dem dramatischen Appell (den wir noch mit auf den Weg bekamen) die Selbstversorgung des Landes mit Schweizer Emmentaler müsse unbedingt auch zukünftig sichergestellt werden und dürfe nicht der Globalisierung preisgegeben werden … oder so ähnlich, bestieg die Mehrheit von uns sofort den bereit stehenden Rössliwagen. Während andere noch überlegten: soll ich weiter wandern – oder nicht… oder vielleicht doch… oder doch nicht, versorgten Otto und Geri die trotz bei einsetzenden Regen doch fest zum Laufen entschlossenen sechs Übriggebliebenen zur Leistungssteigerung mit Cremeschnitten und Punschkugeln.

Nach zwei Stunden trafen wir uns alle am Bahnhof von Sumiswald wieder. Es drangen Gerüchte durch, auf dem Rössliwagen hätten flache Flaschen mit verbotenen Substanzen die Runde gemacht. Dopingproben konnten wegen fehlenden Münzen für die Sanitäranlagen im Bahnhof nicht genommen werden. Für zukünftige Ausflüge sollte diesbezüglich vielleicht ein Vorrat an Münzgeld durch die Organisatoren bereitgehalten werden.

Da den Aktiv- auch immer Erholungsphasen folgen müssen, nahmen wir in Sumiswald den Zug und gelangten über Konolfingen, Zäziwil und schliesslich mit dem Hotelbus auf den Appenberg, wo schöne Zimmer zum Übernachten und später ein feines Abendessen auf uns warteten. Der Abend klang in gemütlicher Runde aus und wurde nur von der ersten Heimniederlage des FCB gegen Lausanne getrübt, die noch für hitzige Diskussionen sorgte.

Am Sonntagmorgen stand die längste Wanderetappe dieses Wochenendes an. Geri, der als perfekter Organisator sogar das Höhenprofil ausgedruckt mit mehreren Alternativrouten dabei hatte, wollte uns beruhigen und bemerkte, dass es nur einige „Hügeli“ an diesem Tag hätte. Der aufmerksame Leser ahnt, dass damit neben der „Höhenneutralität“ ein neuer Begriff in die Welt der Fitnessriege gelangt ist, der für zukünftige Wanderungen auslegungsfähig und dringend auslegungsbedürftig ist. Aus dieser Unsicherheit heraus entschlossen wir uns, nicht sofort vom Appenberg aus los zu laufen, sondern uns doch lieber mit dem Hotelbus nach Aebersold auf 1107 m fahren zu lassen. Dort angekommen wurden schon für die in einer Scheune anstehende Chilbi die ersten Schwarzwälder Torten und Cremeschnitten bereitgestellt. Aber unser Frühstück lag noch zu frisch hinter und ein steiler Anstieg, den Geri mit nur „a chly uffe“ kommentierte direkt vor uns, sodass wir uns sofort auf den Weg machten. Gegen Mittag trafen wir in Chüderhüsi ein, wo unser Team aus dem Begleitfahrzeug bereits auf uns wartete.

Aber zunächst stand noch mit dem Aufstieg auf den 42 m hohen Aussichtsturm Goucherewald der nächste Höhepunkt des Wochenendes an. Obwohl es nicht regnete, waren die Berge immer noch Wolkenverhangen, als wir den Turm erklommen hatten. Die 180 bis 195 Stufen (je nachdem, ob man die vier Betonstufen am Boden und die Zwischenböden der Holztreppe mitzählte) machten hungrig und wir kehrten zum Mittagessen im Restaurant Chuderhüsi ein.

Um auf der folgenden Schlussetappe des Wochenendes von 2,5 Stunden Dauer keinen Energieeinbruch zu erleiden, durfte das Dessert nicht zu klein ausfallen. Den regionalen Gepflogenheiten entsprechend, machten wir uns gestärkt mit Meringue, Vermicelles, Schlagrahm und Vanilleglace auf den steilen Abstieg von fast 500 m nach Eggiwil. An dieser Stelle gebührt deshalb auch den Sponsoren der Herbstwanderung ein grosses Dankeschön. Nur durch ihre Spenden konnte eine ausgewogene Ernährung der Wandergruppe gewährleistet werden, um die einzelnen schweren Wanderetappen meistern zu können.

Im Hotel Bären endete die Wanderung im nicht immer höhenneutralen Emmental mit seinen steilen Högger und Chrächen. Ein Verlaufen war daher nicht möglich, da die Wege schon immer von weitem zu erkennen waren. Schon eher konnte man sich mit dem Zug verfahren, da diese aus und in alle Himmelsrichtungen und Täler fuhren, dass einem ganz schwindelig wurde. Dank Geri’s vorausschauender Planung gelangten wir aber immer auf den richtigen Zug. So auch auf der Heimreise nach Basel, auf der wir uns schon auf die nächste Wanderreise im kommenden Jahr freuten, die wahrscheinlich ins Berner Oberland führen wird.

Das Herbstwanderwochenende 2017 wird für alle Teilnehmer ein unvergessliches, gemeinsames Erlebnis mit vielen Höhepunkten bleiben. Die Suche nach dem ebenen Weg wird aber auch auf den nächsten Ausflügen weitergehen. Den Organisatoren der Fahrt, Geri und Hans, ist es eindrücklich gelungen, uns mehr Wanderlust auf das schöne Emmental zu machen. Für ihren grossen und zeitaufwendigen Einsatz, uns diese schönen zwei Tage zu ermöglichen, möchten sich alle Teilnehmer ganz herzlich bei ihnen bedanken.

 

Schnitzelbangg von der BTV Turnfahrt 9./10. 2017

Die Turnfahrt vo däm Johr isch super guet

Mir könnes alli bezüge die duet guet

Au wenn dr Räge e zitlang mit is goht

Bringt is das no lang nit us em Lot

Bim Landgaschthof Lueg  dien mir uns verpfläge

E wisses Zält duet is alli schütze vor em Räge

Nochhär gohts gmeinsam zur Emmetaler Käserei

Wo eine uns viel verzellt und dervo  au viel um dr heissi Brei

Dä ka rede und gestikuliere das isch e wahre Hit

I glaub fescht die meischte vo uns kriege nid alles vo däm mit

I hoff dr kaufti Käs vo einzelne duet nit fescht schmegge

Sunsch sind denn die vonere schloflose Nacht uf de Wegge

D Rösslikutsche e tolli Idee und isch für vieli sehr fantastisch

Aber für eine vo uns e grossi Belaschtig

Jo oder nei was soll i numme sage

Laufe oder solli wirglig uf dä Waage

Aendlig, ändlig fahrt die Kutsche au mit ihm denn los

Und mir 6 Wanderer sin das riese Problem denn wirklig los

Laufe dien mir denn bis Sumiswald

Und das denn klaro ohni Halt

Während die andere uf der Kutsche friere

Dien mir gmietlig durch die schöni Gegend marschiere

In Sumiswald dien mir denn ganz brav am Bahnhöfli warte

Bis s Zügli vo dört mit uns duet starte

E tolls Aesse hän mir z Obe dörfe gniese

Obwohl soviel laufe hän mir wirklig nid miesse

Rolf Dir möchte mir alli do härzlig dangge sage

Hoffentlig liggt Dir dr Bricht schriebe nid uf em Maage

Für dr hüttig Daag wünsch ich uns  alle no sehr viel Spass

Dä Sunntig wird’s ganz sicher nümme nass

Au für hüt gilt d Ussag immer no s isch alles numme höheneutral

Das wird in Zuekunft für unseri Organisatore zuenere Qual

No öppis näbebi dr Achmed Hans (1) dä duet öppis wirglig ploge

Denn är duet dr Hans 3 immer wieder s glichi froge

Wieviel Gäld isch denn immene Bankomat?

O Hans 3 Du bisch e arme Maa

Aer wird Di no lang froge bis an St Nimmerleinsdaag.  (Frangge 2.75) und s blibbt drbi.

 

Otto Grosenbacher